Michael Gisiger

Die neuen Social Computing Features von SharePoint 2010


Geposted von Michael Gisiger am 05.02.2010, 15:48


SharePoint 2010 hat im Bereich der Social Software-Funktionalität grosse Fortschritte gemacht. Speziell in den Bereichen Social Networking, Content und Teamunterstützung sind viele Neuerungen und Verbesserungen integriert worden. SharePoint legt damit einen Grundstein für echte Enterprise 2.0-Portale.

Netzwerken mit SharePoint

Besonders hervorzuheben ist dabei die neue MySite, welche nun ein eigentliches Profil darstellt, wie man es von öffentlichen Netzwerken wie z.B. Facebook her kennt. Neu hinzugekommen sind hier eigentliche Networking-Features ("Freundesfunktion") und ein Social Newsfeed, wie bei Facebook oder Twitter. Dieser Nachrichtenstrom kann sowohl über Statusmeldungen ("Microblogging") als auch über eine API aus anderen Quellen her befüllt werden. Statusmeldungen und Profile können zudem von Besuchern auch kommentiert werden. In Zukunft soll auch das Kommentieren von Dokumenten möglich sein. Das eigene Profil kann entweder manuell oder automatisch mittels Analyse des Mailverkehrs mit Tags verschlagwortet werden. Letztere Funktion ist kann übrigens deaktiviert werden. Wie bisher kann ein Nutzer natürlich auch weiterhin im Profil seinen eigenen Blog, seine Dokumentenlisten und Bilder publizieren.



Ebenfalls neu ist eine SharePoint-weite "Visitenkarte": Fährt man auf einer beliebigen Seite mit dem Mauszeiger über den Namen einer Person, wird eine Nutzerinformation mit Bild und Anwesenheitsstatus eingeblendet. So kann man jederzeit sofort Kontakt aufnehmen. Diese Visitenkarte kommt auch beim Organisationsbrowser zum Einsatz, einem auf Silverlight basierenden WebPart, der Organisationen dynamisch darstellt und navigierbar macht.



Wikis und Enterprise Wikis

SharePoint 2010 stellt gleich zwei Wiki-Varianten zur Verfügung: Einfache Wikis für Teamseiten und umfangreichere Templates für Enterprise Wikis. Diese Funktionalität wurde zudem deutlich verbessert. Besonders hervorzuheben ist hier die Rich Text-Unterstützung und das vereinfachte Einbinden von Bildern und Multimedia-Dateien sowie -Streams.



Weitere Social Software-Features, die man von anderen Angeboten im Internet her kennt, wurden ebenfalls integriert. So findet man auf vielen SharePoint-Seiten neu auch Tag Clouds, z.B. auf Portalseiten oder den Nutzerprofilen. Die Tag Clouds sind zudem navigierbar. Grundsätzlich kann man festhalten, dass SharePoint in der neuen Version die Tagging-Funktionalität mittels Schlagworten/Keywords sehr tief umgesetzt hat. Damit wird eine umfassende, usergenerierte Taxonomie möglich. Auch die Möglichkeiten, ein Feedback zu hinterlassen, wurden ausgebaut. Neben der bereits erwähnten Kommentarfunktion können Inhalte nun auch bewertet werden (ein bis fünf Sterne).

Plattformunabhängig und standardkompatibel

SharePoint 2010 unterstützt nun auch alle gängigen Browser und setzt zunehmend auf Standards wie AJAX. Der Einsatz von Silverlight hingegen schränkt die Plattformunabhängigkeit wieder etwas ein, könnte aber einen positiven Nebeneffekt auf die überfällige Ablösung des Internet Explorers 6 in vielen Unternehmen haben. Schliesslich wurde auch das Webinterface weiter für den mobilen Zugriff optimiert.

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