Home > Blog > Die Mär vom Information Worker 2.0 Die Mär vom Information Worker 2.0
Geposted von Michael Gisiger am 15.10.2009, 15:27Der Information Worker - ein Mitarbeiter also, der sich statt durch manuelle durch intellektuelle Wertschöpfung auszeichnet - bezieht seine Informationen grösstenteils aus der schier nicht bezifferbaren Flut unstrukturierter Daten, die ihn tagtäglich erreichen: Berichte, Dokumente, E-Mails etc. pp. Typische Web 2.0-Anwedungen könnte ihm bei der Sichtung, Verarbeitung und Ablage dieser Datenflut behilflich sein. Doch offenbar ist der vielbeschworene Siegeszug des Web 2.0 bei vielen Information Workern noch nicht so richtig angekommen. Dies jedenfalls legt die Studie „Workforce Technographics“ von Forrester nahe.
Der typische Arbeitsplatz eines Information Workers wird demnach nach wie vor von den Klassikern E-Mail und Desktop-PC beherrscht: Notebooks und Smartphones zum Trotz arbeiten drei von vier Information Workern an einem solchen. Mehrheitlich sogar mindestens vier Stunden täglich. Aber auch bei den Anwendungen zeigt sich dasselbe Bild: Hier dominieren neben E-Mail immer noch Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Allerdings gibt es hier deutliche Unterschiede in der Häufigkeit der Nutzung. 57 Prozent gaben an, E-Mails stündlich zu nutzen. Bei Textverarbeitung und Tabellenkalkulation waren dies nur 16 bzw. 14 Prozent.
Nur gerade einer von zehn Information Workern nutzt beruflich ein Smartphone. Allerdings gaben rund ein Drittel der Befragten an, ihr privates Handy für die Arbeit zu nutzen. Es besteht also offenbar ein grosses Bedürfnis nach Smartphones im Berufsalltag.
Auch Collaboration-Tools kommen nur selten zum Einsatz. Beispielsweise nutzt nur einer von vier Videokonferenzen. Damit bleibt E-Mail das de facto dominierende Collaboration-Tool - mit allen entsprechenden Nachteilen.
Das Intranet hingegen wird immerhin von 70 Prozent der Befragten besucht, 43 Prozent tun dies auch täglich. Weitaus am häufigsten wird im Intranet die Suchfunktion genutzt. Die Gen Y konnte sich (bislang) nicht durchsetzen Die Generation Y, also die heute 18- bis 29-Jährigen, die langsam aber sicher den Arbeitsmarkt betreten, scheinen sich bislang am Arbeitsplatz noch nicht durchgesetzt zu haben. Obwohl 59 Prozent von ihnen privat soziale Netzwerke nutzen, sind es beruflich nur noch 14 Prozent. Letzterer Prozentsatz ist übrigens genau gleich gross wie jener der 30- bis 43-Jährigen (der Generation X), die im Büro Social Networks nutzen. Web 2.0 scheint sich also bislang tatsächlich nur im Privatleben durchgesetzt zu haben – in der Arbeitswelt gehören offenbar nach wie vor nur wenige Unternehmen zu den Early Adopters von sozialer Software.

Noch ist es also ein langer Weg hin zu Web 2.0 im Unternehmen, auch bekannt als Enterprise 2.0! Für die Studie befragte Forrester übrigens mehr als 2‘000 Information Worker amerikanischer Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden.
|