Enterprise 2.0 beinhaltet sowohl den Einsatz von Web 2.0 Tools für das Unternehmen als auch einen Wandel der Unternehmenskultur von festen Hierarchien hin zur Selbstorganisation.
„Wir stehen an einem historischen Wendepunkt der Geschäftswelt, an der Schwelle zu dramatischen Veränderungen der Organisation, Innovation und Wertschöpfung. Offene, vernetzte Unternehmen setzen auf Kollaboration als neue Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit“, Don Tapscott in der FAZ vom 9. Juni 2008
Ob Enterprise 2.0 Software und das Internet wirklich ausreichen um organisatorische Hierarchien und Politik in den Unternehmen zu beseitigen, soll hier nicht behandelt werden. Meine Überlegungen innerhalb dieses Beitrages fokussieren sich ausschliesslich auf die Verwendung von Web 2.0 Tools innerhalb der Unternehmen.
In den vergangenen Jahren wurde Enterprise 2.0 wohl mehrheitlich dazu verwendet, bei Vorträgen das Publikum mit einem neuen Modewort zu beeindrucken. Nachdem kleinere Firmen wie Atlassian, BlueKiwi oder NewsGator als Enterprise 2.0 Pioniere ihre spezialisierten Tools bezüglich Benutzerfreundlichkeit, Qualität und Anzahl der Features ausgebaut haben, suchen nun auch führende Unternehmen wie Microsoft, Oracle oder Open Text in ihrem Portfolio nach Produkten, die weite Teile der Anforderungen abdecken sollen. Dies ist auch notwendig, denn nach Recherchen von Forrester aus dem April 2008 sehen 56% der europäischen und nordamerikanischen Unternehmen Enterprise 2.0 Anwendungen als wichtig an. Der Markt dafür wird von 764 Millionen US-Dollar in diesem Jahr auf 4,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 wachsen.
Warum sollten Enterprise 2.0 Lösungen mit SharePoint realisiert werden?
Laut David Gootzit von Gartner werden bis Ende 2010 mindestens 30% aller nordamerikanischen Unternehmen mit weniger als 15'000 Mitarbeitern SharePoint für ihr unternehmensweites Intranet oder B2E-Portal einsetzen. Bereits heute verwenden laut Gartner rund 50% der mittelständischen Firmen SharePoint (MOSS) und/oder Windows SharePoint Services (WSS) innerhalb des Unternehmens. Auch für diese Unternehmen wird Enterprise 2.0 vermehrt zu einem Thema.
Microsoft hat auf der Enterprise 2.0 Conference in Boston innovative Lösungen und Erweiterungen von Partnern und Kunden vorgestellt, die SharePoint Server 2007 als Plattform für die Zusammenarbeit – von individuell bis unternehmensweit – nutzen. Insgesamt neun führende Enterprise 2.0 Software-Hersteller haben bekanntgegeben, SharePoint Integrationslösungen für ihre Produkte anzubieten. Die neuen Lösungen erweitern die klassischen SharePoint-Funktionen für Enterprise Content Management und unternehmensweite Suche um Multimedia-Blogs, Zusammenarbeitslösungen über das Internet, automatische Benachrichtigung per RSS, Mashups zur Erstellung neuer Inhalte durch die Neukombination bestehender Informationen sowie Webseiten, die sich von Benutzern online ändern lassen.
Zusätzlich bietet Microsoft auf der eigenen Open Source Plattform Erweiterungen an, etwa das Community Kit for SharePoint und das brandneue Podcasting Kit for SharePoint.
Kostenloses Podcasting Kit für SharePoint
Das ab sofort verfügbare Podcasting Kit für SharePoint (PKS) ist eine Open Source-Initiative, die Unternehmen eine zentrale, einfach zu verwaltende Lösung zur Erzeugung, Verwaltung und Verteilung von Videos bietet. Sie basiert auf SharePoint Server sowie Microsoft Silverlight. Die Videos lassen sich mit iPod und iPhone, Zune, Windows Mobile-Geräten, PCs und anderen Geräten abspielen. Nutzer können dabei mit dem Urheber des Podcasts über Instant Messenger kommunizieren. Inhalte finden sie über ein Bewertungssystem, Markierungen und Suchfunktionen. Alternativ können sich Nutzer bei neuen Videos benachrichtigen lassen und diese in Echtzeit über Silverlight und progressives Playback abspielen. Mehr Informationen zum PKS sind auf dem Blog von Marcel Truempy zu finden.
SharePoint und Enterprise 2.0
Ohne Erweiterungen wie etwa das Community Kit und die Integrationslösungen der obengenannten Enterprise 2.0 Software-Hersteller bietet SharePoint nur begrenzte Möglichkeiten. Die Wurzeln von SharePoint liegen im Dokumentenmanagement, Web 2.0 und Enterprise 2.0 Funktionalitäten sind im Standard eher rudimentär vorhanden. Aufgrund der Marktpenetration von Microsoft SharePoint, die gemäss Rob Curry, Microsoft’s Director of SharePoint bei 100 Millionen verkauften Lizenzen liegt, wären die führenden kleinen Software-Hersteller verrückt wenn sie nicht Anschluss an SharePoint suchen würden. Dank der Masse an Unternehmen die bereits SharePoint verwenden, werden künftige Enterprise 2.0 Tools vermehrt direkt in SharePoint integriert und nicht nur mehr losgelöst entwickelt.