Ein interessanter Artikel in der
New York Times hat mich zu diesem Blogbeitrag inspiriert. In der letzten Zeit wurden in Kundenmeetings verschiedentlich Fragen zu Themen wie virales Marketing, soziale Netzwerke oder Facebook andiskutiert und ich denke, dass ein kleiner Überblick zu Marketing in sozialen Netzwerken hilfreich sein kann.
Soziale Netzwerke, im Internet meistens ‚Social Networks‘ genannt, gehören heute nicht nur mehr bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Alltag. Gerade berufliche Netzwerke wie
Xing,
Plaxo oder
LinkedIn sprechen mehrheitlich Geschäftsleute über 30 an. Es ist offensichtlich, dass soziale Netzwerke differenziert betrachtet werden sollten. Obschon in allen sozialen Netzwerken Kontakte geknüpft, neue Bekanntschaften gemacht und Personen mit denselben Interessen gefunden werden können, unterscheiden sich die Zielgruppen in den einzelnen sozialen Netzwerk-Plattformen stark. Je nach Plattform beinhaltet mein Profil also eher berufliche (bei Business-Netzwerken wie z.B.
Xing) oder private (bei Freundschafts-Netzwerken wie z.B.
Facebook) Informationen.
Bei Freizeit- oder Freundschafts-Netzwerken steht der Spass im Mittelpunkt: Bilder und Videos werden veröffentlicht, gemeinsame Browserspiele gespielt oder virtuelle Geschenke verschickt.

Bei Business-Netzwerken stehen berufliche Ziele wie Kontakt zu Leuten die einem beruflich weiterbringen, Austausch von Know-How oder Akquisition von Neukunden im Vordergrund.

Die verschiedenen Plattformen lassen sich also sowohl über das Nutzungsmotiv (Spiel, Freizeit oder Business) als auch durch das Alter die Lebensphase der Nutzer gliedern. Eine kurze Einführung und einen Überblick der verschiedenen Plattformen liefert das kostenpflichtige Whitepaper
Social Networking - Plattformen und Potenziale. Das Whitepaper ist als erste Einführung geeignet, bietet für meinen Geschmack für den Preis von 73 USD aber zu wenig und – obschon im Juni 2008 veröffentlicht - teilweise unvollständige oder veraltete Informationen zu den jeweiligen Plattformen.
Die Werbung im Netz funktioniert, doch wie sieht es mit der Werbung in sozialen Netzwerken aus?Im Artikel in der New York Times bestätigt eine Studie von Jupiter Research den Misserfolg vieler Werbekampagnen in sozialen Netzwerken. Gemäss Jupiter-Analyst Nate Elliot waren die meisten Werbekampagnen in sozialen Netzwerken nicht erfolgreich. Dies erstaunt nicht, denn oft ist die Werbung in sozialen Netzwerken falsch konzipiert und gleicht der herkömmlichen Online-Werbung.
Biel grenzt nicht an Zürich, aber ob mich dies gleich zur geeigneten Zielperson des Zurich International Club macht?

Mein Zivilstand ist Verheiratet und ich erhalte eine Werbung für eine Online-Hochzeitsliste.

Bei erfolgreichem Marketing in sozialen Netzwerken steht der Dialog zwischen dem Werbetreibenden und seiner Zielgruppe im Mittelpunkt. Der Dialog kann sowohl in Form eines Wettbewerbs oder Gewinnspiels stattfinden als auch als effektiver Dialog in Form einer Gruppe oder einer Page (Profil), zu welcher Kunden und Interessenten eingeladen werden. In allen Fällen entsteht so ein engerer Kontakt zur Marke oder dem Unternehmen. Zur Veranschaulichung nachfolgend einige Beispiele aus Facebook.
135‘000 Personen auf Facebook sind Fans von Ferrero Rocher und bekennen sich zur Marke.

Nach weniger als zwei Monaten spielen über 20‘000 Personen das Facebook-Spiel zum neuen Kinofilm Wanted.

Doch Dialog und Interaktion allein wird auf lange Sicht kein Allheilmittel sein. Mit der Zunahme von interaktiven Markenseiten und Gewinnspielen in sozialen Netzwerke sowie der intensiveren Verwendung von sozialen Netzwerken durch die Nutzer wird auch diese Form der Werbung weniger wahrgenommen werden. Wie schon so viele neue Werbeformen wird auch diese nach ersten Erfolgen bei den Nutzern eine Sättigung erreichen. Nach dem dritten Gewinnspiel mit dem gleichen, unspektakulären Inhalt wird es jedem Nutzer langweilig. Eine stärkere Abstimmung der Werbekampagnen auf meine Profildaten, die in sozialen Netzwerken in umfangreicher Menge vorhanden sind, bietet aus meiner Sicht weitere Chancen für erfolgreiche Marketingkampagnen.