Gian-Franco Salvato

Marketing in sozialen Netzwerken


Geposted von Gian-Franco Salvato am 11.07.2008, 21:46

Ein interessanter Artikel in der New York Times hat mich zu diesem Blogbeitrag inspiriert. In der letzten Zeit wurden in Kundenmeetings verschiedentlich Fragen zu Themen wie virales Marketing, soziale Netzwerke oder Facebook andiskutiert und ich denke, dass ein kleiner Überblick zu Marketing in sozialen Netzwerken hilfreich sein kann.

Soziale Netzwerke, im Internet meistens ‚Social Networks‘ genannt, gehören heute nicht nur mehr bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Alltag. Gerade berufliche  Netzwerke wie Xing, Plaxo oder LinkedIn sprechen mehrheitlich Geschäftsleute über 30 an. Es ist offensichtlich, dass soziale Netzwerke differenziert betrachtet werden sollten. Obschon in allen sozialen Netzwerken Kontakte geknüpft, neue Bekanntschaften gemacht und Personen mit denselben Interessen gefunden werden können, unterscheiden sich die Zielgruppen in den einzelnen sozialen Netzwerk-Plattformen stark. Je nach Plattform beinhaltet mein Profil also eher berufliche (bei Business-Netzwerken wie z.B. Xing) oder private (bei Freundschafts-Netzwerken wie z.B. Facebook) Informationen. 

Bei Freizeit- oder Freundschafts-Netzwerken steht der Spass im Mittelpunkt: Bilder und Videos werden veröffentlicht, gemeinsame Browserspiele gespielt oder virtuelle Geschenke verschickt.

Mein Facebook-Profil


Bei Business-Netzwerken stehen berufliche Ziele wie Kontakt zu Leuten die einem beruflich weiterbringen,  Austausch von Know-How oder Akquisition von Neukunden im Vordergrund.

Mein Xing-Profil

Die verschiedenen Plattformen lassen sich also sowohl über das Nutzungsmotiv (Spiel, Freizeit oder Business) als auch durch das Alter die Lebensphase der Nutzer gliedern. Eine kurze Einführung und einen Überblick der verschiedenen Plattformen liefert das kostenpflichtige Whitepaper Social Networking - Plattformen und Potenziale. Das Whitepaper ist als erste Einführung geeignet, bietet für meinen Geschmack für den Preis von 73 USD aber zu wenig und – obschon im Juni 2008 veröffentlicht - teilweise unvollständige oder veraltete Informationen zu den jeweiligen Plattformen. 

Die Werbung im Netz funktioniert, doch wie sieht es mit der Werbung in sozialen Netzwerken aus?

Im Artikel in der New York Times bestätigt eine Studie von Jupiter Research den Misserfolg vieler Werbekampagnen in sozialen Netzwerken. Gemäss Jupiter-Analyst Nate Elliot waren die meisten Werbekampagnen in sozialen Netzwerken nicht erfolgreich. Dies erstaunt nicht, denn oft ist die Werbung in sozialen Netzwerken falsch konzipiert und gleicht der herkömmlichen Online-Werbung. 

Biel grenzt nicht an Zürich, aber ob mich dies gleich zur geeigneten Zielperson des Zurich International Club macht? 

Werbebanner Zurich International Club in Facebook


Mein Zivilstand ist Verheiratet und ich erhalte eine Werbung für eine Online-Hochzeitsliste.

Werbung für Online-Hochzeitsliste in Facebook


Bei erfolgreichem Marketing in sozialen Netzwerken steht der Dialog zwischen dem Werbetreibenden und seiner Zielgruppe im Mittelpunkt. Der Dialog kann sowohl in Form eines Wettbewerbs oder Gewinnspiels stattfinden als auch als effektiver Dialog in Form einer Gruppe oder einer Page (Profil), zu welcher Kunden und Interessenten eingeladen werden. In allen Fällen entsteht so ein engerer Kontakt zur Marke oder dem Unternehmen. Zur Veranschaulichung  nachfolgend einige Beispiele aus Facebook.   

135‘000 Personen auf Facebook sind Fans von Ferrero Rocher und bekennen sich zur Marke.

Ferrero-Page auf Facebook



Nach weniger als zwei Monaten spielen über 20‘000 Personen das Facebook-Spiel zum neuen Kinofilm Wanted.

Facebook-Spiel zum Kinofim Wanted


Doch Dialog und Interaktion allein wird auf lange Sicht kein Allheilmittel sein. Mit der Zunahme von interaktiven Markenseiten und Gewinnspielen in sozialen Netzwerke sowie der intensiveren  Verwendung von sozialen Netzwerken durch die Nutzer wird auch diese Form der Werbung weniger wahrgenommen werden. Wie schon so viele neue Werbeformen wird auch diese nach ersten Erfolgen bei den Nutzern eine Sättigung erreichen. Nach dem dritten Gewinnspiel mit dem gleichen, unspektakulären Inhalt wird es jedem Nutzer langweilig. Eine stärkere Abstimmung der Werbekampagnen auf meine Profildaten, die in sozialen Netzwerken in umfangreicher Menge vorhanden sind, bietet aus meiner Sicht weitere Chancen für erfolgreiche Marketingkampagnen.

7 Kommentare | Trackback Url

Kommentare
Friday, 11 Jul 2008 10:48 by ashanti
interessanter beitrag. mhh ferrero! wer ist da schon nicht fan von? ich bins jedenfalls

Monday, 14 Jul 2008 06:19 by fmueller
interessanter beitrag!

Sunday, 27 Jul 2008 11:12 by lester
hallo gian-franco, danke für deinen hinweis auf plaxo. ist mir neu. greetings, lester

Monday, 28 Jul 2008 11:59 by franzi
spannend, danke

Wednesday, 11 Nov 2009 02:40 by Bastian
Guter Beitrag aus einer guten Sicht beobachtet!

Friday, 22 Jan 2010 12:39 by Sascha
Der Beitrag ist natürlich gut aber den Hinweis auf das kostenpflichtige Whitepaper das 73 USD kostet, hättest du wohl ruhig verzichten können. Ich glaube ich spinne diesen Preis für 53 Seiten Text, dessen Inhalt man ganz einfach im Netzt findet. Laut Inhaltsverzeichnis stellt es bis Seite 45 Allgemeine Infos zu Netzwerken bereit wenn man glück hat gibt’s vielleicht die letzen 10 Seiten noch was zu lesen was man noch nicht wusste. Als wer sowas kauft…naja ich weiss nicht.

Wednesday, 28 Jul 2010 08:37 by Chat
Manchmal denken die Menschen ein wenig mehr als einer der Vertrauensstellung. Denn dann können Sie weitere Dinge zu teilen. Dreidel

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