Am 7. September 1998 haben die Stanford-Studenten Sergey Brin und Larry Page Google Inc. gegründet. 10 Jahre später ist die Vision der beiden, einen Service der alle verfügbaren Informationen auf der Welt organisieren und universell zur Verfügung stellen kann, beinahe Realität geworden. Laut den Zahlen des Marktforschungsunternehmens ComScore vom Juli 2008 verfügt Google über einen Marktanteil von 60,4 Prozent der weltweiten Suchanfragen.
Doch damit nicht genug, Google wird heute als (potentieller) Mitbewerber von Software-Herstellern, Zeitungsverlegern, Media-Agenturen, Telefongesellschaften, TV-Sendern und unzähligen Internetunternehmen gesehen. Allein diese Woche hat Google gemeinsam mit dem US Department of Defense (National Geospatial-Intelligence Agency) einen
Satelliten in den Orbit gebracht, eine
Gesichtserkennungs-Software vorgestellt und den eigenen Browser Google Chrome vorgestellt.
Google Chrome – bequem, aber kritischDer Web-Browser hat sich von einem passiven Anzeigeprogramm zu einer Plattform der digitalen Wirtschaft gewandelt. Für die zunehmend komplexen Web-Applikationen ist der Browser heute schon eine Art Mini-Betriebssystem. Und da die Zukunft von Google auf Web-Applikationen basiert, kann der Browser für Google ein Nadelöhr werden. Denn die Werbung all der Google-Services, welche über 99 Prozent des Google-Umsatzes ausmacht, muss durch den Browser gelangen um den User zu erreichen.
Chrome ist zwar "bequem, aber kritisch", nicht nur weil das Programm noch nicht ausgereift sei, sondern auch wegen der Datensammelwut von Google, sagte der Sprecher des deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik [BSI] Matthias Gärtner der
Berliner Zeitung und hat Internet-Nutzern vom Gebrauch des neuen Google-Browsers Chrome abgeraten.
Vor dem Hintergrund, dass der kalifornische Suchmaschinenkonzern mit dem Browser nun alle wichtigen Bereiche im Internet vom E-Mail-Programm über die Suche bis zu rein Internet-basierten Textverarbeitungsprogrammen abdeckt, warnte der BSI-Sprecher: "Aus sicherheitstechnischen Gründen ist die Anhäufung von Daten bei einem Anbieter kritisch."
«Google beherrscht den Markt von Suchmaschinen, Geosoftware und sozialen Netzen immer stärker», sagt Max Mühlhäuser, Professor an der TU Darmstadt. «Nun kommt der Angriff auf die Browser, und der Angriff auf Betriebssysteme und Standardsoftware sowie Mobiltelefone ist schon quasi "eingebaut". Die Kartellbehörden sollten spätestens jetzt Googles Verhalten am Markt genauestens überwachen.»
Kritik am DatenschutzDie Kritik betrifft aber auch direkt die Google-Dienste: So klagt die Organisation Privacy International, dass Google massiv den Datenschutz unterlaufe. Besonders kritisch sei etwa, dass Google den Text von E-Mails in GMail auswertet, um kontextbezogene Werbung zu platzieren. «Google verstösst mit diesem Dienst gegen mehrere europäische Datenschutzbestimmungen», sagt Simon Davies, Director von Privacy International. [
Quelle]
So gesehen könnte es für Google durchaus Zeit sein den Slogan "Don’t be Evil" zu überdenken, denn je nach Sichtweise weckt die Aussicht auf die nächsten 10 Jahre Google unterschiedliche Gefühle in uns…