Gian-Franco Salvato

Das Internet im Jahr 2018


Geposted vonn Gian-Franco Salvato am 06.10.2008, 23:17

Zwei aktuelle Projekte und Expertenbefragungen befassen sich im Moment mit der Frage, wie das Internet und die Web-Browser in zehn Jahren aussehen könnten. Die Blicke in die virtuelle Glaskugel sollen uns also aufzeigen, wohin die Reise im Web geht.

Mozillas Ideenfabrik

Der Firefox Browser ist vermutlich das bekannteste Produkt von Mozilla. Etwas weniger bekannt ist Mozilla Labs, das virtuelle Labor in dem die Mozilla-Community an Konzepten, Web Innovationen und neuen Technologien experimentiert und rumspielt. Eines dieser Konzepte ist das Aurora Konzept, welches die Interaktion mit dem Web im Jahr 2018 aufzeigt. Auffallend ist, dass keine klaren Grenzen zwischen Browser und Desktop mehr bestehen. Im Unterschied zu heute wird im Aurora Konzept der Browser als visuell ansprechend und direkt im Desktop verbunden dargestellt. Dementsprechend ist die Trennung zwischen den verschiedenen Programmen und Inhalten ist kaum mehr wahrzunehmen.

Aurora Concept Video

Ein durchaus realistisches Szenario, schon heute hat sich der Web-Browser von einem passiven Anzeigeprogramm zu einer Plattform der digitalen Wirtschaft gewandelt. Für die zunehmend komplexen Web-Applikationen ist der Browser heute schon eine Art Mini-Betriebssystem. Und da die Zukunft von Google auf Web-Applikationen basiert, hat Google vor kurzem mit Google Chrome einen eigenen Browser lanciert.

Die Zukunft des Internets

Am 18. September 2008 wurde in einem Workshop auf der Online-Marketing-Düsseldorf die Studie "Die Zukunft des Internets - Ergebnisse einer Expertenbefragung" vorgestellt. Darüber hinaus werden die Studienergebnisse auf den Websites der Unternehmen AGOF, Infoline und IVW als kostenloser Download zur Verfügung gestellt. Die von den 30 Medienexperten erarbeiteten Szenarien und Thesen in der vorliegenden Studienpräsentation sind nicht gerade revolutionär und beinhalten vorwiegend Themen über die heute bereits intensiv diskutiert wird.
 
Studienpräsentation als PDF, 41 Seiten

Auch wenn keine bahnbrechenden, neuen Überlegungen vorkommen, die zwei Blicke in die virtuelle Glaskugel bieten uns interessante Einblicke in zukünftig mögliche Szenarien des Internets.

3 Kommentare | Trackback Url

Kommentare
Wednesday, 8 Oct 2008 10:10 by cybernetiker
hehe lol ich hoffe dass wir im jahre 2018 kein internet mehr brauchen und schon alle per gehirn vernetzt sind. oder ob das keine so gute idee ist? naja so lange der zentralrechner nicht in den staaten ist .. rofl!!

Tuesday, 14 Oct 2008 12:25 by Michael Weyl
Wo liegt die Zukunft des Internet, wenn wir zehn Jahre voraus schauen? Klare Antwort: in dem, was wir zurückblickend aus zehn Jahren Internet-Entwicklung gelernt haben. Eine zu platte Antwort? Schauen wir die Theorien der Trendforschung an. In mathematischen Modellen können nur Mikrokosmen erstellt werden, die sich in Algorithmen aneinander gereiht zu einem Ganzen verbinden. Soweit die Theorie, jetzt zur Praxis. Betrachten wir die letzten zehn Jahre auf der soziologischen Ebene, dann stellen wir den zunehmenden Wunsch nach wirtschaftlicher Sicherheit und sozialer Vernetzung fest. Die Erkenntnis erscheint banal. Banal aber nur, weil wir über das heute und jetzt im Internet bescheid wissen. Legen wir also das Lineal an diesem Trend an und die gedachte Linie weist auf der Werteskala weiter in die Höhe. Nun sind die demoskopischen Gruppen zu betrachten. Diejenigen, die vor zehn Jahren um die 30 Lebensjahre zählten, sind heute 40 und werden in zehn Jahren 50 sein. Wer einmal vom Internet-Virus befallen ist, wird sich so schnell nicht abwenden. Dies ist übrigens auch die Gruppe, die andere Altersgruppen „in der Nähe“ infiziert. Aber das ist jetzt Nebensache. Wer sich lange mit einer Sache beschäftigt, der pflegt Wünsche zur Steigerung des Komforts und des Wertes. Der Begriff „Mehrwert“ taucht auf. Übrigens wird der Begriff „Nachhaltigkeit“ in letzter Zeit häufig in Diskussionen eingefügt. Sind wir noch bei der Zukunftsschau des Web 2018? Ja! Heute beginnt die Grundsteinlegung für Internet-Anwendungen, die mehrwertig und nachhaltig sind. Alles in einer Anwendung ist ein Mehrwert. Nicht mehr die einzelne Applikation auf einem speziellen Gerät oder einer Betriebssystemebene, sondern das unabhängige Interagieren zwischen allen Bereichen wird im Web 2018 eine entscheidende Rolle spielen. Gleichzeitig kommt es zu einer Ausdünnung der fast unüberschaubaren Anwendungen und Spezialforen, Suchmaschinen und Fachwissensbasen. Nachhaltigkeit bedeutet für Anwender, dass sie sich einmal auf eine Anwendung festlegen und diese über Jahre hinweg nutzen können. Es entsteht die Frage der Investition, die nicht immer den Einsatz von Geld bedeuten muss. Investition kann auch Zeit und Energie sein. Sparsamkeit ist ein nicht neuer Trend. Auch mit Zeit und Energie gehen Nutzer sparsam um. Vorgezogenes Fazit: Internetnutzer wollen in Zukunft möglichst alles in einem Gesamtangebot nutzen. Warum soll ich bei meiner journalistischen Tätigkeit nicht aus dem Textprogramm heraus meine Recherchen betreiben? Warum soll ich bei einer Verabredung mit Freunden nicht aus dem Mail-Programm heraus den Konzerttermin hineinlinken, inklusive Parkplatzmöglichkeit, deren Reservierung und Bestellung für den Imbiss vorweg? In der obigen Betrachtung vergaß ich die wachsende Mobilität einzuwerfen. Natürlich soll all das von einem Gerät aus erfolgen, das den heutigen PDAs schon recht nahe steht. Allerdings soll es kein abgespeckter Mobilersatz sein, sondern das Gerät, welches ich mobil und stationär nutzen kann. Spiele und Freizeitgestaltung werden im Web 2018 weiterhin einen hohen Stellenwert haben. In Zukunft werden Teile der old economy zurückkehren. Erste Spielemacher denken darüber nach, dass nach Ende des Spielsession ein Buch erzeugt wird, das die spannende Geschichte des gerade erlebten wiedergibt. Ich denke, der Schritt ist nicht weit, dass vielerorts web-fähige Druckmaschinen stehen, die diesen Output drucken und binden. Jetzt ist der Gedanke recht nah, dies auch auf andere Lebensbereiche zu übersetzen. Vielleicht werden demnächst Verträge in einer Art Spielumgebung verhandelt oder eine Tour durch Paris wird in einem ähnlichen Umfeld durch digital geschossene Bilder ergänzt. Dann noch schnell zum Web-Print-Point und die Erinnerungen sind vom virtuellen Raum in das generationenübergreifende Buch geflossen. Ich bin nicht sicher, ob wir bis 2018 darauf warten müssen. Beim Schreiben kommen mir noch mehr Ideen, aber der Kommentar ist jetzt schon zu lang. Fazit: Mehr und Wert, Mobilität und Nachhaltigkeit werden die Regelwerke des Web 2018 bilden. Und das Internet wird sich für Anwender von seiner Technik lösen müssen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Aber das ist dann die nächste Geschichte.

Tuesday, 14 Oct 2008 12:27 by Michael Weyl
ups, die Formatierung ging verloren ... sorry. Wie kann das geändert werden?

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