Delicious hat sich als Quasi-Standard für die Speicherung von Lesenzeichen (Bookmarks) etabliert. Im Prinzip kann jeder seine Lesezeichen darin verwalten, welche für jedermann auch ersichtlich sind (ausser man markiert ein Lesezeichen explizit als privat). Jedes Lesezeichen wird verschlagwortet (getaggt) und kann so bedeutend einfacher wieder gefunden werden. Und das Wichtigste: Die Lesezeichen sind auf dem Web gespeichert und somit von überall aus zugänglich; das macht es zu einem Werkzeug das täglich verwendet werden kann. Auch eine soziale Komponente ist darin vorhanden, und man kann ein Lesezeichen beispielsweise einem Freund empfehlen, wenn man denkt, dass er oder sie sich dafür interessieren könnte.
Durch seine offene Architektur wird Delicious mit einer Fülle von Drittanbieter-Werkzeugen ergänzt. Nachfolgend sollen einige wenige dieser Werkzeuge etwas beschrieben werden.
Mobile Anwendungen
Es ist naheliegend, die Delicious Lesezeichen auch auf einem mobilen Gerät zur Verfügung zu haben. Der Webzugang war lange etwas mühsam, seit letztem Jahr gibt es aber eine mobile Version der Site. Diese ist schon etwas besser.
Für IPhone Anwender scheint Tasty eine gute Lösung zu sein, aber die Applikation ist mit CHF 14.00 im iTunes Store doch etwas teuer für das gelegentliche Experiment. Da finde ich die Bookmarks Anwendung (siehe nächste Abbildung) durchaus genügend. Es wird auch eine kleine Anleitung gegeben, wie man ein Bookmarklet in Safari einbinden kann, damit Lesezeichen auch vom IPhone hinzugefügt werden können.

Browser-Erweiterungen
Den lokalen Browser so zu erweitern, dass damit Delicious Lesezeichen verwaltet werden können, ist naheliegend, aber nicht immer unproblematisch. Arbeitet man auf vielen verschiedenen Rechnern, muss man die Erweiterung immer überall installieren. Dennoch können Werkzeuge wie die Firefox Erweiterung Delicious Sidebar sehr hilfreich sein. Delicious selbst bietet auf ihrer Site ein Bookmarklet an, welches ich persönlich bevorzuge. Es ist einfach und funktioniert tadellos; gerade letzteres ist nicht selbstverständlich wie ich mit einer anderen Erweiterung leider bemerken musste (oft wurden Lesezeichen nur lokal, aber nicht auf dem Web gespeichert, was man dann erst zuhause merkt).
Visualisierungen
Der Dienst bietet im Prinzip zwei verschiedene Netzwerke an, einerseits die Schlagworte zu den Lesezeichen, andererseits die Liste der Freunde.
Die Schlagworte lassen sich auch im Dienst selbst als sogenannte Tagwolke darstellen. Aber diese Beziehungen lassen sich auch grafisch darstellen. Delicious Soup scheint interessant zu sein, funktioniert aber zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht richtig (ist auch erst eine Alpha Version). Möchte man wissen, welche Tags man wann zum Speichern verwendet hat, ist Expialidocio.us der richtige Dienst.

Möchte man die Freundesnetzwerke erforschen, bietet sich der delicious network explorer an. Man kann damit durch seine Freunde im Delicious als Netzgraph durchnavigieren, deren Freunde betrachten, etc.
Wer wie ich schon immer wissen wollte, welche Schlagworte zusammen mit einem bestimmten Schlagwort verwendet werden, kann die Delicious Tagcloud verwenden. Diese gibt für ein gegebenes Schlagwort einen Baum aus, welches die häufig damit verwendeten Schlagwort anzeigt. Dies gilt über alle Benutzer von Delicious, also nicht nur für das eigene Konto.

Sonstiges
Es gibt eine Fülle von weiteren Anwendungszwekchen der eigenen Delicious Tags. Sie lassen sich in Blogs integrieren (z.B. mit delicious Spy) oder auch gleich periodisch im Facebook anzeigen lassen. Man kann die Tags als Excel Datei exportieren (Nackup) oder mit der dedizierten Java Anwendung Fresh Delicious die eigenen Bookmarks regelmässig auf Gültigkeit überprüfen, wobei letzteres Tool mir beispielsweise den Blog von Moritz Leuenberger als 403 (Forbidden) angibt, obwohl man die Site problemlos besuchen kann.
API und RSS
Natürlich sind in ordentlicher Web2.0 Manier sämtliche Seiten im Delicious als RSS Feeds abonnierbar. So kann man sich an ein bestimmtes Tag eines Freundes abonnieren und wird benachrichtigt, wenn er oder sie ein neues Lesezeichen darin speichert.
Eher Web2.0-Entwickler-manierlich ist die Zurverfügungstellung der API. Diese erlaubt erst eine Fülle von möglichen Anwendungen und ist ziemlich einfach konzipiert. Entwickler können partikulare Zusätze für ihre Bedürfnisse mit relativ wenig Aufwand realisieren. Für noch weniger Aufwand sorgen Wrapper in C# oder Java.
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