Michael Gisiger

Suchmaschinen-Indexoptimierung mit Landing Pages


Geposted von Michael Gisiger am 08.05.2009, 08:59

Mit Suchmaschinenoptimierung oder Search Engine Optimization (SEO) bezeichnet man alle Massnahmen, die dazu dienen, dass Webseiten auf den Ergebnisseiten (Search Engine Result Pages, Serps)  von Suchmaschinen auf höheren Plätzen erscheinen. Zu diesen Massnahmen gehören neben einer möglichst standardkonformen Webseite vor allem auch die Optimierung der Seite für mehrere Suchwörter (Keywords). Ein einfacher Weg, diese Optimierung zu erreichen, sind zum Beispiel sog. Landing Pages. Dabei handelt es sich um speziell eingerichtete Webseiten, die auf ein bestimmtes Thema zugeschnitten, also dafür optimiert sind. Bei einer Landing Page steht ein bestimmtes Angebot im Mittelpunkt, welches ohne Ablenkung vorgestellt wird.

Idealerweise erstellt man zum Beispiel für jedes Produkt und jede Produktekategorie eine Landing Page. Diese zeichnen sich aus durch:

  • eine Anzahl relevanter interner Links (Startseite, weitere/ähnliche Produkte, Account, ...)
  • regelmässige Updates
  • Responseelement (Kontaktformular, Online-Shop o.ä.)

Beispiel Rado

Sobald das eigene Angebot einen gewissen Umfang annimmt, stellt die Erstellung und Pflege der Landing Pages eine grosser Herausforderung dar. Für unsere Kundin, die bekannte Uhrenmarke Rado, haben wir Landing Pages sowohl für die Uhrenfamilien wie auch für jedes einzelne Uhrenmodell realisiert.

Zu diesem Zweck wurde eine URL-Behandlungsroutine entwickelt, welche auf URL-Aufrufe mit der Erweiterung ".html" reagiert. Dadurch müssen die Landing Pages nicht physisch auf dem Sharepoint Server bzw. Webserver existieren. Anhand der bestehenden Collection Sharepoint Liste werden die URLs der Landing Pages zusammengestellt. Dies geschieht in allen Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch; bei den Sprachen mit nicht-lateinischen Buchstaben, im vorliegenden Fall also Russisch, Japanisch und Chinesisch, wird Englisch verwendet).
Die generierten Landing Pages sehen schematisch wie folgt aus:

/[Sitesprache]/["Uhren" (sprachabhängig)]/[Uhrenfamilie].html

bzw.

/[Sitesprache]/["Uhren" (sprachabhängig)]/[Uhrenfamilie]/[UhrenReferenzNo.]/rado_[Uhrenname]_[Allfällige Uhrenattribute in Worten].html

Content und Layout

Für die Landing Pages wurde das Layout der Webseite leicht angepasst. Als Navigation werden die Haupt-Navigationspunkte sowie die ungeöffnete Service-Navigation dargestellt. Jede Landing Page für eine Uhrenfamilie beinhaltet Links zu allen Uhren Landing Pages der Familie, ein Detailbild der ersten Uhr der Familie und einen Link zum Gesamtverzeichnis.

Landing Pages für Long Tail Keywords

Hat man für die relevanten Produkte und Kategorien Landing Pages erstellt, kann man sich dem Long Tail der Suchanfragen widmen. Wie das geht, zeigt eine Fallstudie von MarketingSherpa, die nur für Abonnenten zugänglich ist. Jelly Belly, Hersteller der gleichnamigen Geléebohnen, produziert derzeit rund 50 verschiedene, manchmal auch unkonventionelle Geschmacksrichtungen. So zum Beispiel zwei verschiedene Jelly Beans mit Champagner-Geschmack. Um alle möglichen Kombinationen abzudecken, wurden bislang über 500 Landing Pages erstellt – automatisiert natürlich.

In einem ersten Schritt wurden die populärsten Suchanfragen in der eigenen Produktsuche ermittelt, die nicht schon durch die bestehenden Landing Pages abgedeckt wurden, und mit den Suchanfragen bei Google verglichen. Nach und nach wuchs so die Anzahl der Landing Pages für alle möglichen Suchanfragen. Die Page für die Keyword-Kombination "licorice jelly beans" listet zum Beispiel zwölf Produkte mit Bild auf. Die Reihenfolge der einzelnen Produkte hängt dabei von der Häufigkeit der Suche nach ihnen ab, so dass die Landing Pages zusammen mit den ebenfalls vom Suchverhalten abhängig dargestellten ähnlichen Produkten regelmässig aktualisiert wird.

Laut eigenen Angaben konnte Jelly Belly mit dieser Long Tail Keyword Strategie die Einnahmen alleine über Google Suchresultate um 122 Prozent erhöhen.

2 Kommentare | Trackback Url

Kommentare
Thursday, 11 Jun 2009 11:35 by Matze75
Vielen Dank für den interessanten Post. Ich erstelle gerade einen Blog und eine Hausarbeit zum Thema Landing Pages. Ich verstehe allerdings die "automatische" Erstellung der Landing Pages nicht. Warum müssen die Seiten nicht auf dem Server liegen? Und die aktuelle Seite von RADO gibt mir beispielsweise bei der Suche nach dem Modell Rado True die folgende URL zurück: http://www.rado.com/de/Uhren/RadoTrue/Pages/RadoTrue.aspx. Also keine HTML Datei und die Struktur ist auch anders. Könnt ihr den Abschnitt vielleicht etwas näher erläutern? Beste Grüße, Matze

Monday, 6 Jul 2009 09:29 by Michael Rettenmund
Hallo Matze Besten Dank für dein Interesse! Wir machen bei RADO ein URL Rewriting für gewisse Site Bereiche. Dies erlaubt uns eine beliebige Fileendung und Pfad zu nutzen. Somit können wir beispielsweise einen Content unter verschiedensten URLs anbieten (nur Beispiele, keine realen URLS): http://www.rado.com/de/uhren/rado/true/ http://www.rado.com/de/uhren-rado-true.html http://www.rado.com/de/uhren-rado-true.aspx dahinter liegt als beispiel immer eine einzelne asp.net page, die z.b. unter dem pfad http://www.rado.com/de/default.aspx liegen könnte (mit entsprechenden parametern z.b. default.aspx?pageid=xy&extension=html&... usw) und das ganze URL Rewriting übernimmt. Da das ganze "unsichtbar" abgehandelt wird, ist nur die von uns gewollte URL sichtbar (du wirst also die default.aspx page nicht in der url sehen). Befasse dich ein wenig mit der Rewriting Geschichte, sie erlaubt dir viel Flexibilität bei URLs. Grüsse aus der aseantic!

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