Einer der Hingucker auf der diesjährigen Electronic Entertainment Expo (E3) war sicherlich Project Natal von Microsoft. Dabei handelt es sich um eine revolutionäre Steuerung für Spielekonsolen, die - einmal am Markt - nicht nur Nintendos Wii das Leben schwer machen könnte. Doch damit nicht genug: Verschiedene Neuerungen, Verbesserungen und Produkte machen deutlich, Microsoft ist nicht nur wieder sehr gut aufgestellt, sondern verfolgt auch klar ihre Drei-Bildschirme-Strategie.
In der Tat beeindrucken die Videos zum Project Natal. Die Steuerung erfasst natürliche Bewegungen mittels Videokamera und über Raumklangmikrofone sogar auch die Stimmlage:
Video zu Project Natal
Mit Milo präsentierte Microsoft zudem ein digitales Wesen, welches über Project Natal mit Spielern/Menschen interagieren kann. Dabei beschränkt sich diese Interaktion nicht nur auf Gesten und Spracherkennung, sondern mittels Gesichtserkennung soll Milo in der Lage sein, auch Emotionen zu erkennen und darauf zu reagieren. Die Möglichkeiten dieser Technologie reichen weit über Videospiele hinaus.
Video zu Milo
Internet, losgelöst vom PC
Bei all dem Rummel um Project Natal fand in der bisherigen Berichterstattung die Integration von Social Media in die Xbox 360-Plattform leider wenig Beachtung. Konkret ist es jetzt Möglich, den Mikroblogging-Dienst Twitter, das Social Network Facebook und den Musikdienst Last.fm auf der Konsole zu nutzen. Damit vollzieht Microsoft einen weiteren Schritt ihrer Drei-Bildschirme-Strategie.
Diese besagt, dass sich in Zukunft alle unsere digitalen Aktivitäten auf jedem der drei Bildschirme PC-Monitor, Handy-Display und Fernseher abspielen werden. Dabei spielt das Endgerät schlussendlich keine Rolle mehr: Wir üben unsere Aktivitäten überall aus und benutzen dazu nach Bedarf und Verfügbarkeit unterschiedliche Hardware.
Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist auch der anstehende Release von Windows 7 mit seiner Multitouch-Steuerung ein weiterer Schritt in diese Richtung. Ich bin daher überzeugt, dass es sich auch auf mobilen Endgeräten mit Multitouch-Screens durchsetzen wird. Googles Android-Betriebssystem (die offizielle Version jedenfalls) zum Beispiel unterstützt die Multitouch-fähigen Handys nicht.
The Big Screen
Das Internet setzt derzeit seinen Siegeszug langsam aber sicher auch auf mobilen Geräten fort. Der grosse Durchbruch erfolgt jedoch dann, wenn die grossen Bildschirme im Wohnzimmer, die TV-Geräte also, internetfähig sein werden. Bislang ist dies den teuren High End-Modellen oder den Early Adopters mit ihren Mediacentern vorbehalten. Doch mit der Xbox 360 könnte Microsoft den Massenmarkt erobern. Nicht nur, dass immer mehr Internet-Angebote oder Musik- bzw. Video-Downloads darüber möglich sind. In Grossbritannien und Irland soll die Konsole demnächst ohne eine zusätzliche Settop-Box den Empfang von Pay-TV möglich machen.
Microsoft ist also in der Tat gut aufgestellt, um in Zukunft (wieder) ganz vorne dabei zu sein:
Microsoft's Future Vision Series