
Die Akteure im Gesundheitswesen stehen einerseits unter einem immer grösser werdenden Spardruck, andererseits müssen sie immer bessere Leistungen in immer kürzerer Zeit bereitstellen. Ein möglicher Ansatzpunkt zur Effizienzsteigerung ist die IT-Infrastruktur. Bisher kommen fast ausschliesslich Insellösungen zum Einsatz, die einer vertikalen wie horizontalen Kommunikation und Kollaboration nicht gerade förderlich sind. Abhilfe schaffen hier bereits existierende Technologien, die wie z.B. die Microsoft Office Produkte weitverbreitet und damit den Benutzern bereits bekannt sind.
Die Patientenversorgung in einem Spital ist kein isolierter Akt eines Arztes mehr. Vielmehr sind interdisziplinäre Teams bestehend aus Ärzten, Pflegepersonal, Therapeuten, Sozialarbeitern und weiteren Spezialisten unmittelbar mit dieser Aufgabe betraut. Hinzu kommen weitere Akteure wie Krankenversicherer, Hausärzte, Behörden und andere, die mittelbar daran beteiligt sind. Die Verbesserung und Optimierung der Kommunikation, des Informationsflusses und der Zusammenarbeit spart Zeit, reduziert die Kosten und erhöht die Qualität der Pflege. Portale, Business Intelligence, Unified Communications und Kollaborations-Tools sind die geeigneten Werkzeuge dazu.

Datenaustausch in der Servicekette
Patientendaten sind der Kern einer erfolgreichen Behandlung über die Servicekette hinweg. Ohne die Patientenakte des Spezialisten, der den Patienten überwiesen hat, müsste ein Spital fast wieder von vorne anfangen. Allen Beteiligten ist dies klar, sie wissen um die Bedeutung dieser Daten. Trotzdem kommen oftmals Insellösungen zum Einsatz, die dem Datenaustausch und der Analyse derselben im Weg stehen.
Mit dem Einsatz einfach zu nutzender Tools, die eben diesen Datenaustausch und die Kollaboration innerhalb und ausserhalb der Organisation fördern, könnte viel erreicht werden. Der Austausch und die Verbindung der Daten, die innerhalb der Servicekette horizontal wie vertikal gesammelt werden, muss das Ziel sein. Ein erster Schritt ist die Einrichtung eines Portals auf Basis von SharePoint. So hat z.B. der University Hospitals Bristol NHS Foundation Trust in Grossbritannien, der 7‘000 Mitarbeitende beschäftigt, seine verschiedenen Intranets, die allesamt wenig genutzt wurden, benutzerunfreundlich und teuer im Unterhalt waren, in einem Portal mit Microsoft Office SharePoint 2007 (MOSS) zusammengeführt. Jetzt können alle Mitarbeitenden einfach neue Seiten und Workgroups anlegen und bearbeiten. Zudem haben nun alle schnellen Zugriff auf aktuelle Informationen, während die IT-Abteilung Ressourcen einsparen konnte, die anderweitig eingesetzt werden können.
Eine Kultur der Information
Die Studie „BPM and Beyond: The Human Factor of Process Management“ (2008) der Aberdeen Group stellte fest, dass die besten Akteure im Gesundheitswesen (gemessen an der Patientenzufriedenheit) fast zweimal so oft wie das Mittelmass eine organisationsweite Kultur der Information entwickelt haben. Diese Top-Performer setzen u.a. auf Business Intelligence-Lösungen, weil sie damit die steigenden Kosten in den Griff bekommen (80%), die Qualität der Pflege verbessern (46%) und die Patientenzufriedenheit erhöhen (30%). Für die Studie wurden weltweit 232 Organisationen befragt.
Bekannte Tools nutzen
Ein Weg, um die Daten besser fliessen zu lassen, ist die Bereitstellung bekannter, einfach zu bedienender Tools. Den Nutzern kann so der einfache Zugriff auf Daten ermöglicht werden, die bislang in isolierten Datensilos gefangen waren. So konnte z.B. das Children’s Hospital of Philadelphia (CHOP) in den USA mittels einer einfachen Microsoft SQL Server-Lösung den Datenaustausch zwischen der Pathologie und den medizinischen Labors automatisieren und so Zeit und Geld sparen. Weil das System teilweise auf dem bekannten Microsoft Excel basiert, wurde die Lösung nicht nur schnell angenommen, sondern ist auch einfach zu bedienen.
Ähnlich verhielt es sich auch bei der NPO Intermountain Healthcare in Salt Lake City, die 21 Spitäler und 100 Praxen in zwei Bundesstaaten verbindet. Intermountain Healthcare war mit dem bisherigen Portal und dem ECM System nicht zufrieden: Die Veröffentlichung von Inhalten war sehr schwerfällig (15 bis 20 Mausklicks und bis zu 30 Minuten Zeitaufwand). Da überall die Microsoft Office-Programme eingesetzt werden und die Nutzer mit diesen vertraut sind, fiel die Wahl ebenfalls auf MOSS. Die Bekanntheit machte es möglich, dass keine langen Mitarbeiterschulungen mehr nötig sind. Ein 13-minütiges Schulungsvideo genügt. Seither wurden bereits über 3‘000 Team Spaces im Portal erstellt.
Auch aseantic realisierte für das Kantonsspital Aarau mit MOSS ein neues Intranet. Ziel war es u.a., für die 3‘000 Beschäftigten, die mehrheitlich nur selten am PC arbeiten, im Intranet eine vertraute Arbeitsumgebung zu schaffen. Erreicht wurde dies mit der Programmierung einer Ordnerstruktur im Intranet, die die bekannte Ordnerstruktur des PCs am Abeitsplatz abbildet.
Zusammenarbeit vertikaler Partner
Die für eine erfolgreiche Behandlung nötigen Teams bestehen nicht nur aus unterschiedlichen Berufen, sondern sind oftmals auch örtlich getrennt. Neben dem eigentlichen Personal eines Spitals gehören dazu z.B. auch Hausärzte oder Therapeuten, die in einer eigenen Praxis oder beim Patienten vor Ort tätig sind. Darum sind sowohl die Kommunikation und die Informationsverteilung wie auch die Prozesse fragmentiert. Dies wiederum kann die Qualität der Dienstleistungen beeinträchtigen, zu doppelt und dreifach vorhandenen Daten, unnötigen Test oder sogar längeren Spitalaufenthalten führen. Mit den entsprechenden Lösungen wie einem Portal auch für die vertikalen Partner und Unified Communications kann man hier verhältnismässig einfach Abhilfe schaffen.
Annatommie, ein orthopädisches Diagnose-, Behandlungs- und Rehabilitationszentrum in den Niederlanden erreichte dies mit Microsoft SharePoint Online in Verbindung Microsoft Office Communications Online. Ersteres machte das bereits bestehende System zur Terminvereinbarung für alle Partner online einfach zugängig. Zudem ermöglichte es diesen auch den Zugang zu den benötigten Patientendaten. Dank letzterem sehen alle Beteiligten sofort, wer wie erreichbar ist (Presence). Die wöchentlichen Meetings werden nur noch dezentral mit Microsoft Office Live Meeting durchgeführt, ohne dass dabei auf das gemeinsame Bearbeiten und Reviewen von Dokumenten verzichtet werden muss. Weil nun auch alle wichtigen Funktionen wie E-Mail, Terminvereinbarung und der Zugriff auf Daten online im Browser möglich sind, entstehen für die auswärts arbeitenden Angestellten auch keine unnötigen Reisewege mehr, um auf diese zuzugreifen.
Fazit
Die Akteure im Gesundheitswesen, allen voran Spitäler, können also verhältnismässig einfach und kostengünstig mit dem gezielten Einsatz bestehender Technologien von Microsoft ihre Effizienz steigern und so im verschärften Wettbewerb bestehen. Besonders von Vorteil ist dabei, dass viele dieser Lösungen ganz oder teilweise bereits bekannt sind, da sie sich in der einen oder anderen Form mit den Microsoft Office-Anwendungen verbinden lassen.
Wenn auch Sie auf der Suche nach solchen Lösungen sind, nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Neben dem erwähnten Kantonsspital Aarau vertrauen auch weitere Spitäler und Versicherer in der Schweiz auf Lösungen von aseantic, wenn es darum geht, Intranet- oder Internet-Auftritte mit Microsoft-Produkten wie SharePoint oder dem auf .NET basierenden eigenen CMS online manager omCMS zu realisieren.
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Bildquellen: Microsoft